Erdbienen-Nest im Garten erkennen, schützen und verstehen

Ein Erdbienen-Nest erkennen Sie meist an einem kleinen Erdhügel mit einem Loch in der Mitte – unscheinbar, aber voller Leben. Wer im Frühjahr plötzlich viele kleine Bienen über dem Boden fliegen sieht, macht sich oft unnötig Sorgen. Dabei handelt es sich meistens um vollkommen harmlose Wildbienen, die unseren Gärten echten Nutzen bringen.

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • wie ein Erdbienen-Nest aussieht und wo es entsteht
  • wann und warum diese Tiere besonders auffallen
  • welche Pflanzen Sie anbieten können, um Erdbienen zu fördern
  • was erlaubt ist und was nicht, wenn ein Nest stört

Was ist ein Erdbienen-Nest?

Erdbienen, auch Sandbienen genannt, sind eine große Gruppe von Wildbienen. In Deutschland leben mehr als 100 Arten, manche Schätzungen nennen sogar rund 150 Arten. Anders als Honigbienen leben sie nicht in einem Staat. Jedes Weibchen baut sein Nest allein im Boden. Das Nest dient ausschließlich der Brutpflege: Das Weibchen legt Eier ab und versorgt die Larven mit Pollen und Nektar. Viele Arten stehen unter strengem Artenschutz.


Wo Erdbienen ihre Nester anlegen

Erdbienen bevorzugen sonnige, trockene und warme Standorte. Der Boden soll locker und möglichst wenig bewachsen sein. Sandböden sind besonders beliebt, daher auch der Name Sandbiene. Im Garten findet man Nester häufig:

  • an sonnigen Hanglagen
  • in Blumenbeeten
  • entlang warmer Hauswände
  • gelegentlich auch im Rasen

Wie ein Erdbienen-Nest von außen aussieht

Von außen wirkt das Nest unauffällig. Man sieht meist nur eine kleine Erhebung im Boden mit einem Loch in der Mitte. Rund um den Eingang liegt oft etwas Aushub. Auf dicht bewachsenem Boden ist das Nest kaum zu entdecken. Wer nicht gezielt schaut, übersieht es leicht. Genau deshalb wird es manchmal beim Graben oder Harken aus Versehen zerstört.

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Wann Erdbienen-Nester besonders auffallen

Die Hauptflugzeit liegt zwischen April und Juni. Bei manchen Arten dauert die aktive Phase nur etwa vier Wochen. Die Männchen schlüpfen zuerst und fliegen tief über dem Boden, auf der Suche nach Weibchen. Diese Phase kann sehr auffällig wirken, weil viele Tiere gleichzeitig unterwegs sind. Nach der Paarung sterben die Männchen. Die meisten Arten haben nur eine Generation pro Jahr.


Sind Erdbienen im Nest gefährlich?

Nein, Erdbienen sind nicht gefährlich. Die Männchen können überhaupt nicht stechen. Die Weibchen greifen Menschen in der Regel nicht an. Ihr Stachel ist für menschliche Haut meist zu schwach, um wirksam einzudringen. Selbst in unmittelbarer Nestnähe verhalten sich Erdbienen ruhig. Kinder und Haustiere sollten in der Hauptflugzeit trotzdem etwas Abstand halten, nicht aus Angst, sondern aus Rücksicht.


So erkennen Sie Erdbienen im Garten

Erdbienen sind klein, zwischen 5 und 17 Millimeter, und fast immer behaart. Die Haare können schwarz, weiß, gelb, braun oder rötlich sein. Die Weibchen tragen an den Beinen eine Sammelbürste für Pollen und am Beinansatz eine auffällige Haarlocke. Ein typisches Erkennungsmerkmal beim Weibchen ist die sogenannte Fovea facialis, eine kleine behaarte Grube an den Augeninnenseiten.


Welche Pflanzen Erdbienen anlocken

Fast die Hälfte aller Erdbienen-Arten ist auf wenige Pflanzenarten spezialisiert. Manche besuchen sogar nur eine einzige Pflanze. Die Spargel-Sandbiene etwa fliegt ausschließlich Spargel an. Für einen erdbienen-freundlichen Garten eignen sich:

Pflanze Blütezeit Besonderheit
Weide Februar bis April Frühe Nektarquelle
Blaukissen März bis Mai Kreuzblütler, beliebt im Frühjahr
Glockenblume Mai bis August Von vielen Arten besucht
Johannisbeere April bis Mai Nützlich und essbar
Berberitze April bis Juni Robust und pflegeleicht
Levkoje Mai bis September Wichtiger Kreuzblütler

Wer Pflanzen mit verschiedenen Blütezeiten kombiniert, sichert Erdbienen Nahrung von März bis in den Spätsommer.

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Erdbienen-Nest im Garten: schützen oder entfernen?

Erdbienen stehen unter Artenschutz. Man darf sie weder töten noch einfach umsiedeln. Eine Umsiedlung ist nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Naturschutzbehörde erlaubt, und solche Anträge werden häufig abgelehnt. Wer ein Nest im Garten duldet, tut also nicht nur etwas Gutes für die Natur, sondern handelt auch rechtlich korrekt.


Ein häufiger Fehler: Das Nest vorschnell zerstören

Viele Gartenbesitzer greifen zum Spaten oder zur Harke, sobald sie das Nest entdecken. Das ist verständlich, aber falsch. Ein zerstörtes Nest bedeutet den Tod der Brut und möglicherweise eine Ordnungswidrigkeit nach dem Bundesnaturschutzgesetz. Beobachten Sie das Nest lieber erst einige Tage. Die aktive Phase endet oft von selbst nach wenigen Wochen.


Erdbienen fördern statt bekämpfen

Wer Erdbienen im Garten willkommen heißen möchte, schafft ganz einfache Bedingungen:

  • sonnige, offene Bodenstellen freilassen
  • sandige Bereiche nicht sofort begrünen
  • lockeren Boden nicht unnötig verdichten
  • Blühpflanzen mit langen Blütezeiten setzen

Wer das Nest schonend lenken möchte, ohne Tiere zu gefährden, kann den Bereich leicht beschatten, etwa mit einem Sonnenschirm, und den Boden minimal feucht halten. Unter Wasser setzen sollte man die Fläche nicht, das würde die Brut ernsthaft schädigen.


Wann eine Umsiedlung überhaupt möglich ist

Eine Umsiedlung ist nur in seltenen Ausnahmefällen erlaubt. Sie setzt eine Genehmigung der zuständigen Naturschutzbehörde voraus. Wird diese erteilt, werden die Nester sehr vorsichtig ausgegraben und an einen geeigneten Standort versetzt. Ohne diese Genehmigung ist jeder Eingriff verboten. Bei Unsicherheit empfehlen wir, direkt bei der Naturschutzbehörde oder einem Imkerverein nachzufragen.


Fazit: Das Erdbienen-Nest als wichtiger Lebensraum

Ein Erdbienen-Nest im Garten ist kein Problem, es ist ein Zeichen für einen naturnahen und gesunden Lebensraum. Diese Wildbienen bestäuben Wildpflanzen und Nutzpflanzen gleichermaßen und verdienen unseren Schutz.


Zum Merken

  • Ein Erdbienen-Nest erkennt man am kleinen Erdhügel mit Loch an sonniger, trockener Stelle.
  • Erdbienen sind harmlos: Die Männchen stechen nicht, die Weibchen greifen Menschen nicht an.
  • In Deutschland gibt es mehr als 100 Arten, viele davon stehen unter strengem Artenschutz.
  • Nester dürfen nicht zerstört oder ohne Genehmigung umgesiedelt werden.
  • Blütenvielfalt, offene Bodenstellen und Rücksicht sind die besten Mittel, um Erdbienen zu fördern.

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